Es geht uns alle an!

SuS

Die Gefahr sitzt mit am Küchentisch.

Heute ist der 25. November – Der Tag gegen Gewalt an Frauen.

Wir sprechen heute nicht zu Frauen.
Wir sprechen zu Männern.

Frauen sind nicht nur in der Öffentlichkeit in Gefahr. Die Gefahr sitzt am Küchentisch. Sie ist der Vater der eigenen Kinder, der Partner, der Ex-Partner, der nicht erträgt, dass seine Frau geht, sich befreit, laut wird, stark ist.

Es ist kein „Familiendrama“.
Es ist kein „Beziehungsstreit“.
Es ist kein „er konnte nicht anders“.
Es heißt Femizid – die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist.

308 Frauen sind im Jahr 2024 ermordet worden. 191 von ihrem Partner oder Ex-Partner. Jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch einen Mann, mit dem sie einmal vertraut war.

Nicht alle Männer sind Täter.
Aber jeder einzelne Mann trägt Verantwortung dafür, hinzusehen.

Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens psychische, physische oder sexualisierte Gewalt – überwiegend im direkten, privaten Umfeld. Gewalt betrifft also uns alle. Und ja: auch Männer haben eine Rolle dabei. Nicht, weil sie alle Täter sind – sondern weil Täter fast immer Männer sind.

Heute, am 25. November, geht es darum,  klar zu benennen, was passiert. Wir brauchen keine "Retter". Wir brauchen Männer, die Haltung zeigen. Männer, die nicht wegsehen. Männer, die Freunden widersprechen, wenn sexistische Witze fallen. Männer, die Onkel, Kumpel, Kollegen stoppen, wenn Grenzen überschritten werden.

Und vor allem: Männer, die selbst nicht zu Tätern werden.

Gewalt beginnt nicht mit einer Faust.
Sie beginnt mit Worten, mit Abwertungen, mit Schweigen.

Bist du ein Mann?
Dann stell dich an unsere Seite.
Nicht irgendwann. Heute. Immer.