Ratsfrau Anja Stoeck stellt Antrag zur Aberkennung

Neuere Forschungsergebnisse der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen e.V. belegen ein großes politisches und gesellschaftliches Engagement von Dr. Fritz Broistedt in der Zeit des Nationalsozialismus

Sehr geehrter Herr Wiese, sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates und VA,

hiermit beantrage ich zur nächsten Stadtratssitzung, zur nächsten VA-Sitzung und  ggf auch zur Vorbehandlung in dem dafür zuständigen Ausschuss:

Die Ehrenbürgerschaft der Stadt Winsen/Luhe, verliehen am 21.5.1970, wird Dr. Fritz Broistedt aberkannt.

Begründung:

Neuere Forschungsergebnisse der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen e.V. belegen ein großes politisches und gesellschaftliches Engagement von Dr. Fritz Broistedt in der Zeit des Nationalsozialismus.

Die Nähe von Broistedt zur NS-Ideologie drückte sich durch seine Mitgliedschaften in der NSV (1934), im NS-Marinebund (1936), im NS-Rechtswahrerbund (1938) und ab 1940  im Reichsluftschutzbund (höchster bekannter Rang: Kreisgruppenführer) aus.

Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 5767313) war Broistedt ab dem 1. Mai 1937.

Ein Mann, der sich so stark für das verbrecherische NS-Regime engagiert hat, ist aus heutiger Sicht unwürdig,  Ehrenbürger der Stadt Winsen/Luhe zu sein.