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12. Juni 2012

„Polizei spricht von Erfolg“ und „Blankes Entsetzen in Hamburg“ -LeserInnenbrief zu den Artikeln des WA vom 4.6.12

Ich war am Sa., 2.6..12 wie viele andere Menschen auch in Hamburg, um den Naziaufmarsch „Tag der deutschen Zukunft – gegen Überfremdung“ zu blockieren, bestenfalls zu verhindern.

Gesehen habe ich bei den Blockaden GEWlerinnen, ver.di-GewerkschafterInnen, Friedensbewegte, die LINKE, viele andere, auch Autonome, und, ach ja, einige versprengte SPDlerinnen, die sich wohl mit der Großdemo am Rathausmarkt nicht zufrieden geben mochten.

Die Polizei spricht nun laut WA und anderen Medien von einem Erfolg. Wie aber sieht dieser aus? Nicht nur ein mit massiver Gewalt gegen friedliche BlockierInnen durchgesetzter Naziaufmarsch mit vielen Verletzten auf Seiten der DemonstrantInnen und der Polizei, nur bei den Nazis nicht. Nicht nur ein Unverständnis und z.T. Wut hinterlassendes Verhalten seitens der Polizei, die gegen AntifaschistInnen vorging, als wären diese die Gegner, nicht die verfassungsfeindlichen Nazis. Nicht nur ein Hamburger Bürgermeister, ehemalig linker Juso, der wie viele andere ein buntes Kärtchen auf dem Rathausmarkt hochhält und sich gegen Nazis ausspricht, gleichzeitig aber durch seine weitab vom Geschehen stattfindende Aktion friedliche Demonstranten vor die schwierige Entscheidung stellt, woran man teilnehmen sollte. An den von durch die Medien so benannten linksradikalen oder autonomen Blockaden oder dem weit entfernten Kartenmeer? Nicht nur durch die Straßen ziehende Nazis mit ihren schwarz-rot-weißen Fahnen, sondern auch im Anschluss randalierend und Menschen verletzend, physisch und psychisch.

Sondern auch eine Stigmatisierung der GegendemonstrantInnen als „Autonome“, die Eingekesseltem als gewaltbereit, die die Polizei dann ohne Toilettenzugang stundenlang festhielt, womit sie einen Großteil der gewaltbereiten Gegendemonstranten „neutralisierte“. Welch Sprachgebrauch!!!

„HERZLICHEN DANK“ hierfür an die Polizei und die BerichterstatterInnen, die dies unkommentiert übernehmen.

Ebenso herzlich lade ich die berichtenden JournalistInnen zu der nächsten Blockade gegen Nazis ein, Menschen wie mich zu begleiten, vielleicht nach Bad Nenndorf?

Vielleicht würde die Berichterstattung dann auch Teile enthalten wie: friedliche DemonstrantInnen wurden von der Polizei gejagt. Warum? Oder: die von wenigen gewaltbereiten Demo-Touristen in Brand gesteckten Container wurden durch DemonstrantInnen  unter Jubeln 99 % der TeilnehmerInnen gelöscht ebenso wie diese umgekippte Flaschencontainer wieder aufrichteten.

Anja Stoeck, Winsen

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